Wie können Schüler soziale Medien für sich nutzen?

Innerhalb des Enrichments-Programms in Schleswig-Holstein habe ich einen Kurs angeboten, der da lautet: Soziale Medien für mich nutzen.

Schülerinnen und Schüler ab Klasse 10 waren dazu eingeladen, mit meiner Hilfe ein eigenes Ziel für ihre persönliche Medienpräsenz zu erarbeiten.

Welche Möglichkeiten bieten sich überhaupt online? Genau, viele Möglichkeiten! Um hier ein wenig den Überblick zu gewinnen, lies einfach weiter!

Wie können Schüler soziale Medien für sich nutzen?

Soziale Medien innerhalb eines Online-Business

Online-Business – was für ein großes Wort. Was ist ein Online-Business überhaupt? Du bist Expert:in auf einem Gebiet, hast innerhalb dieses Gebiets eine Lösung für ein Problem deiner Zielgruppe und möchtest mithilfe dieser Lösung am Ende des Tages deine Miete bezahlen, sprich Geld verdienen. Dieses geschieht alles online, dh. auch deine Kund:innen akquirierst du online.

Natürlich gibt es auch Hybridlösungen, in denen ein Ladengeschäft oder ein ursprünglich offline geführtes Unternehmen die Onlinepräsenz nutzt, um noch mehr Menschen anzusprechen und Kund:innen zu gewinnen.

Das geht auch als junger Mensch (also unter 18 Jahren) allerdings nur mithilfe ihrer Eltern. Denn sobald Schüler:innen für Inhalte und Produkte haftbar gemacht werden können, müssen die Eltern für sie und ihr Tun gerade stehen.

Das klassische Online-Business hat zunächst eine Basis, die eigene Homepage. Auf dieser ist entweder ein Blog, ein Podcast oder ein Youtube-Kanal eingebunden (hier sind auch mehrere Optionen möglich). Über diese Homepage wird die Expertise mithilfe von Artikeln, Audio oder Video kommuniziert.

Ist diese Homepage SEO optimiert, kann sie in Google & anderen Suchmaschinen gefunden werden.

Auch ein sehr wichtiges Thema ist die Rechtssicherheit im Netz: Impressum, Datenschutz, AGBs, Widerrufserklärung – um nur einige Schlagworte zu nennen.

Eine schlanke Möglichkeit online Geld zu verdienen, wäre über Instagram. Diese Plattform wird genutzt, um über Posts, Reels und Stories die eigene Expertise zu teilen und Kund:innen zu gewinnen. Mit einem Link zu einem Produktanbieter (Digistore24 oder elopage) können die Produkte verkauft werden. Dies ist auch ganz ohne Homepage oder Blog möglich.

Allerdings sind unsere Schüler:innen dann an diese Plattform und ihren Regeln gebunden. Sollte es die Plattform einmal nicht mehr geben, fehlt auch die Verbindung zu möglichen Followern.

Es gibt nicht DAS Online-Business, in Abhängigkeit von Expertise, Angebot und Zielgruppe sind unterschiedliche Wege möglich.

Soziale Medien als sozialer Austausch zwischen Gleichgesinnten

Soziale Medien ist wie Onlinebusiness ebenfalls ein großes Wort. Im Endeffekt sind soziale Medien nichts anderes als Onlinedienste, auf denen ein sozialer Austausch möglich ist. Je nachdem für welchen Dienst sie sich unsere Schüler:innen entscheiden, verfolgen sie andere Ziele.

Bei WhatsApp ist dein Hauptziel ein privater Austausch, das Versenden von Privatnachrichten zu Menschen, die du persönlich kennst. Du kannst Textnachrichten, Sprachnachrichten und Bilder austauschen, einen aktuellen Status kommunizieren und ein kleines Profil einrichten. Aber insgesamt hat WhatsApp einen privaten Charakter, ähnlich einem privaten Treffen oder einem Telefonat.

Instagram, Facebook, TikTok & Co. können über die integrierten Messenger und privaten Einstellungen ebenfalls einen privaten Charakter erhalten. Allerdings sind diese Dienste stark auf den gruppenübergreifenden, weltweiten Austausch ausgelegt. Jede:r kann mit jede:r in Kontakt treten, Informationen konsumieren und sogar selbst Inhalte kreieren und kommunizieren.

Soziale Medien als Informations- & Inspirationsquelle

Und da wird es spannend. Durch das Liken von Beiträgen, Suchen über die Suchfunktion und dem Verweilen auf einem Posting füttert man die diensteigene Suchmaschine (Algorithmus) mit Informationen zum vermeintlich eigenen Interesse.

Der Algorithmus ist ein komplexes, mathematisches Konstrukt (das du übrigens nie zu sehen bekommst), das anhand deines Verhaltens für dich entscheidet, welche Inhalte du in deiner App angezeigt bekommst. Es spiegelt dein Nutzerverhalten in dem sozialen Dienst wider.

Schüler:innen können mithilfe der Suchfunktion und dem angezeigtem Feed das soziale Medium als Informations- und Inspirationsquelle für ihre eigenen Gedanken und ihr eigenes Tun nutzen. So werden sie zu reinen Konsumenten der angezeigten Inhalte.

Kurze Anmerkung: Youtube und Pinterest werden gerne als Soziale Medien gesehen. Obwohl hier ein sozialer Austausch über Kommentare möglich ist, sind beides Suchmaschinen und keine reinen soziale Medien. In Pinterest suchst du nach Bildern in Youtube nach Videos.

Soziale Medien als Expertise für zukünftige Arbeitgeber

Juhu, das 21. Jahrhundert und wir sind bereits in den 20er Jahren. Nach der Studie ‚Die Jobs der Zukunft‘ (initiiert von der Deloitte Unternehmensberatung) sollen schon 2035 Jobs entstehen, von denen heute noch keiner weiß.

Die jungen Menschen von heute können sich auf eine fantastische, ungewisse Zukunft mit 1001 Möglichkeiten freuen. Hier einen Platz zu finden ist eine spannende Reise…

Um sich als junger Mensch zu positionieren, könnte eine Schülerin oder ein Schüler einen Blog starten und so das eigene Interesse und die eigene Expertise gezielt für zukünftige Arbeitgeber verbloggen.

Eine Schülerin, die gerne Fußball spielt könnte zum Beispiel von Trainingseinheiten bis zur Wahl des richtigen Turnschuhs schreiben. Vielleicht winkt hier ein Sportstipendium? Ein Schüler, der gerne Videos schneidet, könnte einen Youtube Kanal über Schnitttechnik eröffnen und hier regelmäßig Videos produzieren oder eine politisch orientierte Schülerin einen Podcast zu ihren Themen veröffentlichen.

Ein Link zur eigenen Homepage in der Onlinebewerbung macht sich sicher gut.

Soziale Medien als Selbstverwirklichung & Hobby

Fernab von Mainstream, Arbeit und Kundengewinnung dürfen soziale Medien auch einfach Spaß machen. Sie sind eine Möglichkeit, um mit Gleichgesinnten über die gleichen Themen zu diskutieren. Meistens ist es ein Ziel Likes und Follower zu gewinnen und so soziale Bestätigung zu bekommen, denn wir alle möchten gemocht und wertgeschätzt werden.

Aber wofür bekommen wir diese Bestätigung? Doch für Dinge, die wir erstellt haben. Neben der Selbstinszenierung können das Fotographien, Videos oder Audios, Malereien und Texte oder Gedichte sein – das kann alles Mögliche sein.

Das eigene Interesse oder Hobby wird aufzubereitet, um es anderen zu zeigen und darüber mit diesen in Kontakt treten. So verbessert sich die Schülerin oder der Schüler und bildet sich weiter – ganz von selbst. So gelangt sie oder er zu Selbstwirksamkeit.

Das Internet vergisst nie

So wird es gesagt und so ist es gemeint.

Alles was wir im Netz hochgeladen haben wird irgendwo auf irgendeinem Server (auf den wir keinen Zugriff haben) gespeichert. Googelst du mich unter meinem Mädchennamen, findet du auch einiges…

Dh. unsere Schüler:innen sollten wissen, was sie da tun, was sie posten und was sie wem anvertrauen. Sobald sie mit einer neuen Person in Kontakt treten, sei es privat oder im Arbeitsbereich, wird sie gegoogelt – das gehört schon zum Standard. Gut ist es, zu wissen was auf der ersten Google Seite stehen wird.

Leidenschaft und Expertise – eine Zielformulierung

Da die Inhalte online ein Leben lang aufzufinden sind, sollten sie gut gewählt sein.

Meist geht es doch darum, sich zu zeigen – bzw. sich so zu zeigen, wie man gesehen werden möchte. Dazu müssen unsere Schüler:innen erstmal wissen, wer sie überhaupt sind. Ein schwieriges Unterfangen. Denn

Weiß ich das? Weiß ich wer ich bin oder weißt du wer du bist?

Schwierige Frage, vor allem für jemanden, die oder der gerade noch in der Findungsphase ist – erwachsen werden und so.

Vielleichte frage ich unsere Schüler:innen erst, wo die persönliche Leidenschaft ist, was macht ihnen besonders viel Spaß, wo sind ihre größten Interessen. Mit welchem Thema möchten sie sich eine längere Zeit auseinandersetzen – ohne, dass es nach kurzer Zeit langweilig wird.

Denn der Aufbau einer guten Onlinepräsenz gleicht zeitlich einem Marathon. Und der Weg dahin liegt in der Beschäftigung mit sich selbst.

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